Vitamin D und Krebs - Wissenschaftliches Interview zeigt Zusammenhang

Vitamin D und Krebs

Ein gesunder Vitamin D Blutwert hat einen ganzheitlich positiven Effekt auf unseren Körper. Neben den bekannten äußerst wichtigen Funktionen im Zusammenhang mit unserer Knochengesundheit gibt es auch einen Zusammenhang mit der Gesundheit unserer Psyche oder unserem Immunsystem. Doch auch Krebs und Vitamin D stehen im Zusammenhang. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein gesunder Vitamin D Blutwert das Krebsrisiko minimieren. In diesem Beitrag geben wir ein Interview eines renommierten Vitamin D3-Forschers wieder. Hier erfährst Du, worin der Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebs besteht. Dabei stehen vor allem Brust- und Darmkrebs  im Fokus.

Vitamin D und Krebs – der Zusammenhang im Interview

Anna Azvolinsky, Mitarbeiterin des US Amerikanische Krebs-Netzwerk hat ein interessantes Interview mit dem Endokrinologen Michael F. Holick über die Rolle von Vitamin D in der Krebsprävention im Jahr 2019 geführt. Holick ist auf Vitamin D spezialisiert und hat durch seine Forschung Calcidiol, die wichtigste zirkulierende Form von Vitamin D, und Calcitriol, die aktive Form von Vitamin D, identifiziert. Er ist Professor für Medizin, Physiologie und Biophysik am Boston University Medical Center, wo er Direktor des Heliotherapy, Light, and Skin Research Center ist. (Hier das Original-Interview)

Krebs-Netzwerk: Warum hat man sich auf Vitamin D als eine Möglichkeit konzentriert, bestimmten Krebsarten potenziell vorzubeugen? Was sind die potenziellen Präventionsmechanismen?

Dr. Holick: Jeder kennt Vitamin D als das Vitamin, das für die Knochengesundheit und zur Vorbeugung von Rachitis bei Kindern wichtig ist. Aber wir erkennen jetzt an, dass die Hauptquelle für Vitamin D von der Sonne kommt, so dass Vitamin D per Definition eigentlich ein Hormon ist. Sobald man Vitamin D in der Haut herstellt oder über die Nahrung aufnimmt, gelangt es in die Leber. Dort wird es in 25-Hydroxy-Vitamin D, bekannt als Calcidiol, umgewandelt. Es wird dann in der Niere in die aktive Form, 1,25-Dihydroxy-Vitamin D, auch Calcitriol genannt, umgewandelt.

Es hat sich herausgestellt, dass Vitamin D sehr wichtig ist, um die Kalziumverwertung in der Nahrung zu unterstützen, indem es die Kalziumabsorption im Darm erhöht und um die Mineralisierung des Skeletts zu unterstützen.

Aber wir erkennen jetzt auch, dass viele Zellen im Körper, getrennt von den Nieren, Vitamin D aktivieren können. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass die Funktion von Vitamin D darin besteht, das Zellwachstum zu regulieren. Es gibt mehrere Studien, die höhere Blutspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D und ein verringertes Risiko für viele tödliche Krebsarten wie Dickdarm-, Brust- und Prostatakrebs, um nur einige zu nennen, miteinander in Verbindung gebracht haben.

Tabletten D3 K2

Die Vitamin D Dosierung nach Dr. Holick

Krebs-Netzwerk: Was wissen wir darüber, wie viel Vitamin D wir für eine optimale Gesundheit einschließlich der Verringerung des Krebsrisikos benötigen?

Dr. Holick: Das ist eine sehr gute Frage und offensichtlich wird über diese Frage weiterhin viel diskutiert. Aus meiner Sicht sollten wir wirklich die Frage stellen: Was haben unsere Vorfahren als Jäger und Sammler getan? Sie waren immer dem Sonnenlicht ausgesetzt. Was waren ihre wahrscheinlichen Werte? Wie viel Vitamin D würden Sie benötigen, um diese Werte zu erreichen?

Eine der Erkenntnisse wurde vor einigen Jahren gewonnen, als eine Studie an Massai-Hirten durchgeführt wurde, die in Kenia am Äquator leben. Obwohl sie extrem dunkle Haut haben, ist Mutter Natur immer noch in der Lage, etwas Vitamin D in ihrer Haut zu bilden.

Ihre Blutspiegel wurden gemessen, und es wurde festgestellt, dass ihr 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel etwa 40-50 Nanogramm pro Milliliter beträgt. Um diesen Wert zu erreichen, müssten Erwachsene 3.000-5.000 Einheiten Vitamin D pro Tag zu sich nehmen.

Die Empfehlung der Praxisleitlinien der Endocrine Society liegt bei mindestens 1.500-2.000 Einheiten pro Tag, und wenn Sie fettleibig sind, brauchen Sie zwei- bis dreimal mehr. Ich persönlich nehme täglich 5.000 Einheiten Vitamin D ein, und mein Blutspiegel liegt im Bereich von 60 Nanogramm pro Milliliter. Alle meine Patienten nehmen zwischen 3.000 und 5.000 Einheiten Vitamin D pro Tag ein, und es geht ihnen allen sehr gut.

Vitamin D und Darmkrebs

Krebs-Netzwerk: Beginnen wir mit Dickdarmkrebs. Es gab zahlreiche epidemiologische Studien über den möglichen Nutzen von Vitamin D bei der Prävention von Dickdarmkrebs. Was sagen einzelne Studien und Metaanalysen über das Risiko von Vitamin D und Dickdarmkrebs aus?

Dr. Holick: Es gibt nach wie vor Assoziationsdaten, die besagen, dass Ihr Darmkrebsrisiko umso geringer ist, je höher Ihr 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel ist.

Die früheste Studie wurde von den Garland-Brüdern in den 1990er Jahren durchgeführt, als sie Breitengrad und Dickdarmkrebs miteinander in Verbindung brachten und dann eine prospektive Studie über den Vitamin-D-Status und das Darmkrebsrisiko durchführten.

Sie kamen zu zwei Schlussfolgerungen. Erstens: Je höher der Breitengrad, in dem Sie leben, desto höher ist Ihr Risiko für Darmkrebs. Sie kamen auch zu dem Schluss, dass die Einnahme von 1.000 Einheiten Vitamin D pro Tag Ihr Darmkrebsrisiko möglicherweise um bis zu 50% senken könnte. Andere Studien legten nahe, dass eine Verbesserung Ihres Vitamin-D-Status den Vorteil hätte, Ihr Darmkrebsrisiko je nach Studie um etwa 25%-50% zu senken.

Krebs-Netzwerk: Gibt es Beweise aus Studien, dass Vitamin D das Risiko anderer Tumorarten mindern kann?

Vitamin D und Brustkrebs

Dr. Holick: Der bedeutendste betrifft Brustkrebs. Es wurde eine sehr schöne Studie aus der Nurses‘ Health Study durchgeführt, die zeigte, dass Krankenschwestern, die im Durchschnitt Blutkonzentrationen von 48 Nanogramm pro Milliliter, also etwa 50 Nanogramm pro Milliliter, hatten – dafür müssten Sie etwa 3.000 bis 5.000 Einheiten Vitamin D pro Tag einnehmen – ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um etwa 50% senkten.

Es gab auch eine sehr schöne Studie, die von Dr. Knight in Kanada durchgeführt wurde. Sie stellte Frauen, die in Kanada lebten und Brustkrebs hatten, am Telefon die gleiche Frage wie Frauen die kein Brustkrebs hatten. Sie kam zu dem Schluss, dass Frauen, die als Teenager und junge Erwachsene am meisten der Sonne ausgesetzt waren, ihr Brustkrebsrisiko reduzierten.

Fazit: Möglicher Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebs

Studien legen einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebs nahe. Auch wenn die Wirkungsweise noch genauer untersucht werden muss, sollte dieses Interview Motivation genug sein, auf einen gesunden Vitamin D Blutwert zu achten. 50 ng/ml empfehlen wir. Mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln kannst Du diesen Blutwert erreichen. In diesem Beitrag haben wir einen D3-Präparate Test durchgeführt.

 

>